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Männer-Gesang-Verein
Siegburg-Wolsdorf (MGV), gegr. 1882
Zur Zeit der Gründung des
MGV war Wolsdorf noch selbständige Gemeinde; am 2. Juli 1882
trafen sich einige sangesfrohe Männer und gründeten
den Männer-Gesang-Verein Wolsdorf.
Dieser Ort hatte zu dieser Zeit etwa 700 bis 800 Einwohner. Erster
Vorsitzender wurde Wilhelm Gehlen und der Lehrer Eschweiler aus
Kaldauen wurde Dirigent. Der junge Verein machte sich bei der
Bevölkerung sehr schnell beliebt. Der erste
öffentliche Auftritt war am 22.10.1882 mit einem Vokal- und
Instrumentalkonzert mit anschließendem Ball. Hiervon zeugt
eine Eingabe an den Bürgermeister vom 2.10.1882.
Man besuchte auswärtige Sängerfeste und zur
Geselligkeit spielte man auch Theater. So gab man beispielsweise am
5.2.1889 ein Konzert im Saale Langel auf dem Stallberg.
1889 wurden die ersten Schulklassen eingerichtet; erster Rektor war der
Hauptlehrer Wirtz, der Dirigent und gleichzeitig Präsident des
MGV wurde. Als der Probenraum in der Schule zu klein wurde, wurden die
Proben in den Saal Langel auf dem Stallberg verlegt. Diese Art der
Lösung fand nicht die Zustimmung aller Mitglieder. Einige
traten aus dem Verein aus und gründeten im Jahre 1900 einen
zweiten Verein: „Liederkranz Wolsdorf“. Diese
Trennung dauerte bis 1927,
Beim Gesangswettstreit 1925 in Neuwied errang der Chor alle ersten
Preise und den Fürstenpokal zu Wied. Zum Dank für die
große Leistung übernahm der Fürst zu Wied
das Protektorat des MGV Wolsdorf. Zu diesem großartigen
Erfolg schrieb am 7. Juli die Siegburger- Zeitung:
Den beim Gesang-Wettstreit in Neuwied in der 1. Stadtklasse so
preisgekrönten Sängern des Wolsdorfer
Männer-Gesangvereins ist gestern Abend hier ein durchaus
feierlicher Empfang bereitet worden. Nachdem der Wolsdorfer
Bruderverein „Liederkranz“ am Bahnhof einen
Begrüßungschor gesungen hatte, zog ein stattlicher
Festzug mit Vorreitern, weiß gekleideten Mädchen und
vielen Fahnen mit dem siegreichen Verein nach dem festlich
geschmückten Wolsdorf, wo er mit Feuerwerk empfangen wurde.
Bei der Feierlichkeit im Saale des Herrn Jean Fischer wurde der Verein
namens der Stadt durch den Herrn Beigeordneten Steidl, namens der
Kreisverwaltung durch Herrn Reh.-Assessor Dr. Zimmer, ferner durch den
Herrn Ortsgeistlichen und die Vorsitzenden verschiedener Vereine
begrüßt und beglückwünscht. Der
Verein, der in Neuwied vormittags vor dem Fürsten zu Wied im
Schlossgarten gesungen hatte, trug die Preischöre
„Der Feuerreiter“ und den aufgegebenen
Sechswochenchor mustergültig vor. Der Abend verlief in recht
gemütlicher Stimmung und gab so recht der allgemeinen Freude
über den großen Erfolg des Wolsdorfer
Männer-Gesangvereins so recht zum Ausdruck. Dem Musikdirektor
Königshausen, wurden mehrere persönliche Ehrungen
zuteil.
1927 wählte man den Pfarrrektor von Weschpfennig als
Schlichter der Differenzen zwischen dem MGV und dem
„abtrünnigen“ Liederkranz; Erfolg war die
Wiedervereinigung im MGV unter der gemeinsamen Leitung von
Musikdirektor Heinz Königshausen.
Nach Beendigung des Krieges beantragte im Juli 1945 der Vorsitzende
Peter Gehlen bei der britischen Militärregierung die
Wiederaufnahme der Gesangproben; die erste Probe fand am 22. Juli 1945
im Wohnzimmer des Vorsitzenden in der Holzgasse statt (heute Musikhaus
Tonger). Das erste Konzert fand bereits 1945 im
„Lindenhof“ statt. Beim einem Konzert 1947 standen
bereits 105 Sänger auf der Bühne. Dieses Konzert
wurde unter Mitwirkung des NDR-Rundfunk-Orchester im Rundfunk
übertragen; Leiter dieses Orchesters war Wilhelm
Schüchter, ein gebürtiger Wolsdorfer.
1948 gründete sich aus dem MGV ein Frauenchor, der auch von
Musikdirektor Königshausen geleitet wurde und der bis 1954
Bestand hatte.
1952 wurde das 70jährige Vereinjubiläum gefeiert. Das
im Hotel „Zum Stern“ stattfindende Konzert war
schon sechs Monate vorher ausverkauft; unter Mitwirkung von
Kammersänger Rudolf Schock wurde die Jubiläumsfeier
ein voller Erfolg.
Nach 42jähriger Tätigkeit im MGV Wolsdorf legte Herr
Königshausen, der 1968 verstarb, den Taktstock nieder;
Nachfolger wurde Reinhard Engels aus Kriegsdorf.
Das Festkonzert anlässlich des 80. Stiftungsfestes wurde im
September 1972 im Residenztheater, früher Riemberger Hof,
abgehalten; Solistin war Lieselotte Hammes, ebenfalls eine
gebürtige Wolsdorferin.
In den Jahren 1966/67 nahm die Zahl der Sänger immer mehr ab;
der Chorleiter musste beurlaubt werden und bei der
Jahreshauptversammlung 1967 waren gerade noch 9 aktive Sänger
anwesend.
Es stellte sich die Frage, den Verein aufzulösen; der
Ehrenvorsitzende Johann Orth riet jedoch, es noch einmal zu versuchen.
Chorleiter Engels nahm mit nahezu 30 Sängern die Proben wieder
auf. 1970 machte der Chor eine 3tägige Sängerfahrt
nach Bad Füssing. Man gab im Kursaal ein Konzert und sang am
Sonntag in der dortigen Kirche.
1972 ging es an die Vorbereitungen
zum 90 jährigen Jubiläum. Zu Gast hatten wir die
Westfälischen Nachtigallen, den bekannten Mädchenchor
aus Ahlen/Westfahlen. Sechs Wochen vor dem Fest starb unser
1.Vorsitzender Willi Busch, der seit 1963 an der Spitze des Vereins
stand. Mit 57 Jahren wurde er viel zu früh aus unserer Mitte
gerissen. Bis zur Jahreshauptversammlung, im März 1973,
übernahm der 2.Vorsitzender Toni Limbach die Leitung des
Vereins. Aus beruflichen gründen stand er nicht für
den Posten des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Als neuen
Vorsitzenden wählte man den langjährigen
Geschäftsführer Karl Daun
Nach 7 Jahren legte Karl Daun bei
der Jahreshauptversammlung 1980 sein Amt nieder. Seit dieser Zeit steht
Franz Del Din an der Spitze des Vereins.
.
Im Oktober 1982 wurde das 100-Jährige Bestehen des Chores
gefeiert. Mit einem Festkonzert in der Stadthalle und einem Kommerz im
Schulzentrum Neuenhof gedachte man der Gründung vor 100 Jahren.
In der Jahreshauptversammlung vom 21.02.1991 legte Franz Del Din nach
10jähriger Amtszeit den Vorsitz nieder; Addi Arz wurde sein
Nachfolger. Am 31.05.1991 nahm der MGV am Freundschaftssingen in Rott
teil. Aus Anlass des 90jährigen Bestehens des Kirchenchores
sang der MGV fünf Lieder im Festgottesdienst.
Der Chor hat z.Z. 30 aktive Sänger, die ein hervorragende
Gemeinschaft bilden, in der auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt.
Mögen sich jüngere Sänger unserem Chor
anschließen, damit das Deutsche Lied weiter in Wolsdorf
erklingt.
Die Vereinsgeschichte ab 1992.
Bis hierher berichtete Anton
Limbach über die Vereinsgeschichte von Anfang bis zum Jahre
1992. Im Jahre zuvor, hatte Addi Arz die Vereinsleitung
übernommen. Wie wir heute wissen, sollten 14 Amts- Jahre
daraus werden. Eine schöne Zeit, in der dem Chor viele gute
Ereignisse widerfuhren. Nennen wir einige davon. Wir veranstalteten in
dieser Zeit viele Konzerte, 6 Aufführungen mit verschiedenen
Chören davon 4 Konzerte mit unserer Frau Irina
Brochin während ihrer 6jährigen
Chorleitung. An den Tagen des Vereins- Bestehens 1992 (110 Jahre), 1997
(115 Jahre), und 2002 (120 Jahre) gedachten wir der Mitglieder und
Sänger bei heiligen Messen, feierten aber auch mit
befreundeten Chören unsere Feste mit Kommers,
Freundschaftssingen und Auftritten. Viele Proben waren und sind immer
noch nötig um den musikalischen Standard des Chores
aufrechtzuerhalten. Das heißt, dass die Sänger im
Jahresdurchschnitt mit Proben und Aufführungen ca. 50-60 mal
gefordert sind.
Wolsdorfer Sänger
verstehen auch zu feiern. So wurden neben den jährlichen
Wanderungen, Herbstfesten und Jahresabschlussfeiern 11
Sängerfahrten durchgeführt. Um einige zu nennen, mit
den Zielen Bayerischer Wald (Warzenried), Thüringer Wald
(Oberhof), Paderborner Land (Nieheim), Schwangau
(Königsschlösser), Fulda mit hessischer
Rhön, Wien mit Auftritten an verschiedenen Orten und Saarland
(Besuch der Völklinger Hütte).
Bei
allen Fahrten stand
nicht nur das
Vergnügen im Vordergrund, sondern auch Messgestaltungen in
Kirchen, sowie kleine Konzerte mit anderen Sangesfreunden am
Besucherort im Programm. So sangen wir im Erfurter Dom und der
angrenzenden Sankt Severi-Kirche, in Sankt Maria und Sankt Florian zu
Waltenhofen, Höhepunkte waren unsere Messgestaltung im Hohen
Bonifatius Dom zu Fulda, sowie unser Singen im Wiener
Stephansdom.
Der Chor lebt nicht zu seinem
Selbstzweck. In die Ereignisse unserer Heimat, des Ortes Wolsdorf sind
wir eingebunden. Hier nenne ich die alljährliche Totenehrung
an der Hubertuskapelle, Wahrnehmung von Gesangsterminen an Schul-,
Altenzentren, Kinderheim, am Wolsdorfer Adventsmarkt, aber
auch bei Privatfeiern geben wir unser Bestes.
Traurige Ereignisse begleiten
auch unser Chorleben. Haben uns doch in den letzten Jahren viele gute
Sänger und Freunde für immer verlassen. Unser
Stimmvolumen wurde geschwächt durch den Verlust von 25.4.1994
Karl Stocksiefen, 14.6.1994 Willi Mohr, 16.4.1995 Josef Hovenbitzer,
9.6.1998 Josef Wasser, 24.1.1999 Arnold Schmors, 5.2.2000
Ehrenvorsitzender Franz Del Din, 20.1.2001 Adolf Klein, 9.10. 2001 Josef Hoscheidt, 22.10.2002 Bernhard Schlieperskötter, 6.3.2004
Josef Kretschmann, 4.2.2005 Peter Meyer, 17.5.2005 Karl Josef
Müller, 25.5.2005 Toni Limbach, 4.6.2005 Willi Wieland und
6.7.2005 Kurt Schorn.
Mögen sie alle in
Frieden ruhen.
So haben wir im Jahre 2007
unseren MGV-Wolsdorf 125 Jahre über die Zeit gebracht. Im
Rückblick können wir auf eine erfolgreiche
Vereinszeit schauen
Mit unserem Vorsitzenden Heinz
Peter Schlieperskötter und dem Chorleiter Werner Rondorf
wollen wir nicht nur das 125jährige Vereinsbestehen
gebührend begehen, es ist nach wie vor unsere Aufgabe den
Männergesang - Verein 1882, Siegburg-Wolsdorf e.V. weiter zu
führen nach dem Wahlspruch
Singen und Freundschaft bleibt unser Bestreben
28.12.2006
HM.
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